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12. März 2014 um 22:37

Umstellungsfähigkeit wie im Punktspiel trainieren

Die Umstellungsfähigkeit gehört zu den koordinativen Fähigkeiten und hilft bei guter Beherrschung bei vielen Ballwechseln, nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

In welchen Spielsituationen ist Umstellungsfähigkeit gefragt?

Typische Situationen bei der die Umstellungsfähigkeit gefordert ist sind diese, wo ein geplanter Schlag aufgrund der Bewegungsänderung des Gegners unterbrochen bzw. abgewandelt wird. Sieht man also, dass sich der Gegner sehr zeitig in Richtung Netz bewegt, so spielt man vorzugsweise einen Clear. Die Umstellungsfähigkeit kommt dann zum Einsatz, wenn im Vorfeld eigentlich ein Drop geplant war.

Ein weiteres Beispiel sind Swip-Aufschläge. Bei diesen täuscht der aufschlagende Spieler einen kurzen Aufschlag an und spielt im letzten Moment einen Clear oder einen Drive-Aufschlag. Dies ist zwar die hohe Kunst des Badmintonsports, aber durchaus ein bewährtes Mittel.

Übungsbeispiel für das Training der Umstellungsfähigkeit

Bei der folgenden Übung spielen zwei Badmintonspieler zusammen. Sie eignet sich insbesondere um die Umstellungsfähigkeit, aber auch um die Reaktionsfähigkeit zu trainieren.

Spieler 1 (oben) beginnt mit einem kurzen Aufschlag (1). Spieler zwei, der sich in der Zeichnung unten befindet, returniert diesen halbhoch und halblang so, als ob ihm ein Clear missglückt wäre. Der Ball wir halbhoch auf die Mitte zurücklegt (2). Dieser Ball ist natürlich gefundenes Fressen für Spieler 1. Er kann nun einen Smash spielen, um den Punkt für sich zu entscheiden (3a). Diesen Smash spielt er auch im Regelfall. Merkt er jedoch, dass sich Spieler 2 frühzeitig für eine Ecke entscheidet, so soll er entgegen der Laufrichtung einen Drop spielen (3b). Nach diesem Schlag oder nach dem Smash wird der Punkt ausgespielt.

Kurzbeschreibung der Übung

• Kurzer Aufschlag (1)
• Halbhoher Rückschlag (2)
• Smash (3a)
• Besonderheit: wenn Spieler 1 merkt, dass Spieler 2 sich frühzeitig in eine Ecke bewegt, soll er seinen Schlag umstellen und einen Drop in die entgegengesetzte Richtung spielen (3b)

Matthias Bormann

Kategorie: Koordination – Autor: kd
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28. Dezember 2013 um 23:28

Gleichgewichtsfähigkeit im Badminton trainieren

Auch die Gleichgewichtsfähigkeit wird nahezu in jedem Ballwechsel benötigt. Allgemein gilt: Keine koordinative Fähigkeit wirkt separat. Es ist ein Zusammenspiel, eine Koordination sämtlicher Teilbewegungen, die zur Ausübung der Sportart notwendig sind. Alle äußeren Faktoren werden während der Bewegungsausführungen beachtet und verarbeitet. Die Anpassung der Bewegung an die von außen wirkenden Kräfte und Umstände ist Aufgabe der koordinativen Fähigkeiten.

Definition der Gleichgewichtsfähigkeit

Die Gleichgewichtsfähigkeit ist die Fähigkeit des menschlichen Körpers während oder nach einer umfangreichen Körperverlagerung wieder in die Ausgangsposition, in die Gleichgewichtsposition zurückzukehren oder während der Bewegung in dieser zu bleiben.

Im Badminton ist es wichtig nach jedem Schlag wieder in die Ausgangsposition zu gehen. Dies ist umso schneller möglich, je besser die Gleichgewichtsfähigkeit ausgebildet ist.

Übungsbeispiel eins, um die Gleichgewichtsfähigkeit zu trainieren

Die erste vorgestellte Übung ist relativ simpel. Zwei Trainingspartner spielen sich Bälle mit der Schlagtechnik Überkopf Clear zu. Einer der beiden, wer dies ist, sollten sich beide im Vorfeld überlegen und definieren, steht dabei nur auf einem Bein.

Nach jedem Schlag muss er sein Gleichgewicht wieder finden und sich auf den nächsten Ball vorbereiten. Die Übung lässt sich beliebig erschweren. So ist es möglich abwechselnd zwei Positionen, z.B. in der Mitte/ Rechts Außen anzuspielen. So muss sich der Spieler, der auf einem Bein steht, zu den Positionen bewegen, was die Kontrolle der Gleichgewichtsfähigkeit noch weiter erschwert.

Übungsbeispiel zwei zum Training der Gleichgewichtsfähigkeit

In dem nächsten Übungsbeispiel werden die Reaktionsfähigkeit und die Gleichgewichtsfähigkeit parallel trainiert. Im Vorfeld ist es sinnvoll sich die Grafik anzusehen:

Spieler 1, der oben agiert, spielt Spieler 2 (unten) zunächst alle Bälle in die Vorhand. Im Bild wird dies mit 1a gekennzeichnet. Die Besonderheit besteht darin, dass Spieler 2 auf Turnmatten steht. Durch den veränderten Untergrund erfährt er ein völlig neues Gefühl beim Stehen und muss auch sein Gleichgewichtsgefühl besonders beachten.

Nun zur Trainingsübung: Spieler 1 erhält die Aufgabe ab und zu, d.h. zwischen dem 3ten und 5ten Ballwechsel einen Drop (1b) einzubauen. Auf diesen Ball muss Spieler 2 reagieren. Zusätzlich dazu verlässt er beim Erlaufen des Stoppballs den Untergrund der Matte. Er muss sich auf diesen neuen Untergrund einstellen und nach dem Schlag wieder zu seinem Gleichgewicht finden.

Danach geht die Übung wieder mit Vorhand Clearschlägen, die beide Übungspartner ausführen weiter. Es muss unbedingt beachtet werden, dass Spieler zwei beim zurücklaufen auf die Matte nicht stolpert. Es besteht an dieser Stelle Verletzungsgefahr.